Verein: Gründung, Vorstand, Mitglieder

Zu Beginn der 70er Jahre hatte sich in den Ortschaften Sessenbach, Alsbach und Wirscheid eine Freizeitmannschaft gebildet, aus deren Reihen die Idee entsprang, einen eigenen Sportverein für die drei Orte zu gründen. Nach mehreren Treffen kam es am 28.08.1974 im Gasthof Wolf in Sessenbach zur Gründungsversammlung unter der Leitung des Kreisvorsitzenden Georg Kurz.

Der erste Vorstand setzte sich aus Präsident Joachim Beyer, dem 1. Vorsitzenden Wendelin Hermann, den beiden 2. Vorsitzenden Hans-Werner Gries und Kurt Weber, Geschäftsführer Leo Hermann, Schriftführer Bernd Gerz sowie Kassierer Richard Hartung zusammen. Joachim Beyer fungiert ununterbrochen als Präsident der Union bis zum heutigen Tage. Wendelin Hermann wurde 1980 von Werner Gelhard als 1. Vorsitzender abgelöst, bevor Bernd Gerz über zwei Dekaden von 1985 bis 2005 den Verein führte. Aktueller 1. Vorsitzender ist seit 2005 Wolfgang Hermann. Über die Finanzen wacht seit mehr als 25 Jahren Kassierer Leo Gerz.

Der Verein erhielt bei seiner Gründung den Namen „Union 74 Grün-Weiß e.V.“, der Ortsname Sessenbach wurde erst später zugefügt. Vereinslokal war die Gaststätte „Gerz-Krug“. Kurz nach ihrer Gründung zählte die Union im Jahr 1975 bereits 82 Mitglieder, davon waren 66 männlich und 16 weiblich. Unter ihnen befanden sich 36 Jugendlich bis zum Alter von 21. Die heutige Mitgliederzahl beläuft sich auf  165 Personen (120 männlich, 45 weiblich). Unter den 90 aktiven und 75 inaktiven Mitgliedern befinden sich 35 Jugendliche unter 18 Jahren.  

Abteilungen: Tennis, Damen-Gymnastik, Leichtathletik

Am 17.04.1975 gründeten sich sowohl eine Tennis-Abteilung als auch eine Damen-Gymnastik-Abteilung. Die Tennis-Abteilung wurde von Peter Litty geführt und als Anlage diente der Platz der Firma Gerz. Die Damen-Gymnastik-Abteilung stand unter der Leitung von Christel Balthasar und aus ihr formierte sich sogar eine Damen-Fußball-Mannschaft, deren Spielbetrieb allerdings nur über 6 Monate aufrechterhalten werden konnte.

Am 18.07.1976 veranstaltete die Leichtathletik-Abteilung unter ihrem Vorsitzenden Arthur Weber erstmals einen Volkslauf, an dem 188 Läufer und 64 Wanderer teilnahmen. Der Sessenbacher Volkslauf wurde insgesamt 20mal veranstaltet und entwickelte sich zu einem der beliebtesten Volksläufe der Region. Die höchste Teilnehmerzahl belief sich auf fast 700 Läufer, Geher und Wanderer. Unter den Teilnehmer waren auch prominente Sportler wie etwa die deutschen Meister im 10000-Meter-Lauf und im Cross-Lauf, Ortmann und Rockenfeller. Nach den Läufen wurde unter den Bäumen am alten Wasserwerk im Freien immer kräftig gefeiert.

Fußball: Sportplatz, Jugend, Alte Herren

Die ersten beiden Jahre musste die Union auf den Sportplatz nach Baumbach ausweichen, ehe am 3. und 4. Juli 1976 der eigene Sportplatz eingeweiht werden konnte. Auf Grund der zentralen Lage zu den drei Ortschaften Sessenbach, Alsbach und Wirscheid entschloss man sich zu diesem Standort. Der Sportplatz wurde größtenteils in Eigenregie angelegt und eingesät. Zur Einweihung spielte die bekannte Gruppe „Tel Stars“, Schirmherr der Veranstaltung war der damalige Verbandsgemeindebürgermeister Ludwig Steinebach. Das Sportplatzgelände gehörte bis 2006 zur Gemarkung Wirscheid und ging im Tausch zur Gemeinde Sessenbach über. 1978 erhielt der Sportplatz erstmals eine provisorische Umkleidekabine, bestehend aus einer Büro-Baracke, die in Eigenregie bei der Firma Kaiser-Alu in Koblenz abgebaut und am Sportplatz wieder aufgebaut wurde. Zuvor hatten sich die generischen Mannschaften und der Schiedsrichter vor den Spielen in Alsbach im alten Saal der Gaststätte Grieß umgezogen und nach den Spielen im Gasthof Wolf in Sessenbach geduscht. 1979 erhielt der Sportplatz seine Flutlichtanlage, auch diese wurde vom Verein selbst installiert. 1983 wurde das Clubheim errichtet, welches 1984 zum 10-jährigen Jubiläum im Rahmen einer Sportwoche eingeweiht wurde. 1998 wurde das Clubheim ausgebaut und ist heute eine beliebte Örtlichkeit für Feste jeglicher Art. Von den Mitgliedern der Union wird es liebevoll „Häusje“ genannt. Zum 25-jährigen Jubiläum der Union gab es am 30.04.1999 einen Kommers mit anschließendem Tanz in den Mai. Dieser wurde in den Jahren 1998-2000 im großen Festzelt veranstaltet.

Seit dem Jahr 1976 führt die Union eine Jugendspielgemeinschaft mit dem SV Fortuna Nauort, welche zahlreiche Kreismeisterschaften, Kreispokale, Hallenkreismeisterschaften etc. erringen konnte. Von den Bambinis bis zur A-Jugend nehmen in allen Altersklassen Mannschaften am Spielbetrieb teil. Besonders stolz ist man darauf, dass immer wieder Spieler aus dieser JSG den Sprung in die Seniorenmannschaften schaffen.

1982 wurden die Alten Herren gegründet. Erster Vorsitzender war Klaus Balthasar. Die Alten Herren nehmen aktiv am Vereinsgeschehen teil, besonders bei Festen sind sie durch ihre Hilfe und Erfahrung unentbehrlich. Zahlreiche gemeinsame Ausflüge wurden von den Alten Herren organisiert, fester Termin im Kalender ist die Wanderung an Vatertag. Der Spielbetrieb liegt zurzeit leider brach, die Beteiligung am wöchentlichen Training steigt jedoch stetig und so ist man optimistisch, bald auch wieder ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Am 7.7.2007 feierten die Alten Herren ihr 25-jähriges Bestehen.

Spielbetrieb: I. Mannschaft, II. Mannschaft, Trainer

Das Aushängeschild der Union ist sicherlich der Seniorenfußball. 1974 wechselten 8 Spieler aus den Orten Alsbach, Sessenbach und Wirscheid vom SV Fortuna Nauort zur Union und bildeten somit das Gerippe der Mannschaft. 1975 wurde das erste inoffizielle Spiel mit 1:2 in Nomborn verloren. Torschütze war Werner Gelhard. (Aufstellung 1. Spiel?) Danach spielte man zunächst ein halbes Jahr lang außer Konkurrenz in der 2. Kreisklasse. In der Saison 1975/1976 durfte man am Spielbetrieb teilnehmen und wurde in der 3. Kreisklasse auf Anhieb Meister mit 40:4 Punkten bei einer Tordifferenz von 125:32 Toren. Im Finale um die Kreismeisterschaft unterlag die Union dem SV Buchholz mit 2:4 nach Verlängerung.

In der Saison 1976/1977 konnte erstmals eine Reservemannschat angemeldet werden. Die II. Mannschaft war besonders zu Beginn der 90er Jahre unter Trainer Werner Gelhard sehr erfolgreich, als man zweimal in die C-Klasse aufsteigen konnte, diese aber beide Male wieder bedingt durch den Abstieg der I. Mannschaft wieder verlassen musste. Nach dreijähriger Pause konnte zur Saison 2006/2007 wieder eine II. Mannschaft ins Rennen geschickt werden, die aber nach vielen Verletzungen mangels Personal die Saison nicht bis zum Ende bestreiten konnte.

Erster Trainer der Union war im Jahr 1974 Herr Leyendecker aus Sessenhausen, der von Klaus Eberz aus Höhr-Grenzhausen abgelöst wurde. Weitere Trainer der Union waren Siegmar Hanner, Rainer Faber, Gerd Stendebach, Dietmar Ruhl, Hans-Werner „Gummi“ Heuser, Dietmar Krämer, Michael Hermann, Torsten Gelhard, Rudi Hoppen, Volker Oppenkowski, Stefan Kimmel, Ralf Decker, Günter Weber sowie aktuell Daniel Korzilius. Einige Trainer haben sogar zweimal bei der Union angeheuert, Rekordhalter ist hier aber Rudi Hoppen, der inklusive seiner Tätigkeiten als Interimstrainer auf 8 Amtszeiten als Union-Trainer zurückblicken kann.

Erfolgreichster Trainer ist Klaus Eberz, der nach der erwähnten Meisterschaft in der Premieren-Saison in der folgenden Spielzeit sein Team zum zweiten Titel nach Gang führte: In der Saison 1976/1977 konnte man mit 42:6 Punkten bei einer Tordifferenz von 78:31 in die 1. Kreisklasse aufsteigen, die dann im Zuge der Spielklassenreform zur Kreisliga B mutierte. In dieser Spielklasse hielt sich die Union 10 Jahre lang auf, ehe 1987 erstmals in der Vereinsgeschichte ein Abstieg nicht mehr zu verhindern war.

Die 90er hatten es dann in sich, die Union wurde zur „Fahrstuhl-Mannschaft“. Im Jahr 1991 reiste man als Tabellenführer am letzten Spieltag nach Freirachdorf und verspielte den Titel durch eine 0:1-Niederlage. In Erinnerung ist allen Beteiligten noch ein festlich geschmückter Traktor, der dann den Rückweg von Freirachdorf nach Sessenbach ohne Meistermannschaft an Bord antreten musste. In der folgenden Saison ließ sich die Truppe von Trainer Rudi Hoppen allerdings nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und so wurde man 1992 mit 40:12 Punkten und 68:18 Toren Meister der Kreisliga C Südost. In der darauf folgenden Spielzeit belegte man als bester Aufsteiger Rang 5 in der Kreisliga B Süd. 1993/1994 folgte der Abstieg in die Kreisliga C, der aber prompt durch den Wiederaufstieg 1994/1995 behoben werden konnte. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn 1995/1996 musste erneut der Gang in die Kreisliga C angetreten werden. Unter Spielertrainer Volker Oppenkowski konnte 1997 die Meisterschaft der Kreisliga C Südost errungen werden und nur ein Jahr später schaffte man als Vizemeister sensationell den Durchmarsch ins Kreisliga-Oberhaus. Im Jahr 1998 konnte auch zum zweiten Mal nach 1995 der Kannenbäckerpokal gewonnen werden. Letztmalig gelang dies 2001 in Ransbach-Baumbach.

In der Kreisliga A Westerwald/Wied konnte die Union in der Saison 1999/2000 ihre beste Platzierung feiern, als man unter Trainer Günter Weber den 3. Platz belegte. Nach der Spielzeit 2000/2001, die auf dem 6. Platz beendet wurde, hatte man einen immensen personellen Aderlass zu verkraften, der nicht zu kompensieren war. So stieg die Union trotz 31 erzielter Punkte als Tabellenelfter über die Relegation aus der Kreisliga A ab. Zur nächsten Saison verließen weitere Stammkräfte den Verein und so musste die mittlerweile wieder fast nur aus Eigengewächsen bestehende Mannschaft bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern, der dann als Tabellenelfter mit 23 Punkten geschafft wurde. Zu Beginn der Saison 2003/2004 trat Trainer Ralf Decker zurück und wurde von Interimstrainer Rudi Hoppen beerbt, ehe in der Winterpause Günter Weber zurück auf die Trainerbank kehrte. Trotz einer grandiosen Aufholjagd zum Saisonende stieg man mit 28 Punkten bei 50:67 Toren nach verlorenem Entscheidungsspiel gegen Marienrachdorf und erfolgloser Relegation in die Kreisliga C Südost ab. Dort verpasste man als Tabellendritter mit 57 Punkten und 60:27 Toren nur knapp den direkten Wiederaufstieg. Die kommende Spielzeit verlief enttäuschend und wurde mit 35 Punkten und 45:37 Toren auf dem 7. Platz abgeschlossen. Zur Saison 2006/2007 wurde mit Daniel Korzilius ein ehemaliger Spieler als neuer Spielertrainer verpflichtet und die Rückkehr in die Kreisliga B Süd konnte realisiert werden. Man stieg als Meister der Kreisliga C Südost mit 58 Punkten und 79:24 Toren auf und konnte zudem erstmals in der Vereinsgeschichte die Kreismeisterschaft erringen durch einen 3:1-Sieg nach Elfmeterschießen über Vatanspor Neuwied. Als Aufsteiger konnte man in der vergangenen Saison schließlich mit 21 Punkten als Tabellenzwölfter die Klasse halten.